Winterdienst

Schnell zur Stelle
FahrbahnräumenWenn der Winter mit Schnee und Glatteis kommt, dann meist flächendeckend im gesamten Stadtgebiet. Damit der Straßenverkehr jetzt nicht zusammenbricht, wichtige Zufahrtstraßen frei bleiben oder vorrangig geräumt werden und Autofahrer wie Fußgänger sicher ihrer Wege gehen können, ist der Winterdienst auf mehrere Schultern verteilt:
auf unsere und auf Ihre.


Wie sind die Pflichten verteilt?

  • auf den Gehwegen im Stadtgebiet ist der Winterdienst Aufgabe der Hausbesitzer
  • auf den Fahrbahnen und verkehrswichtigen Stellen (z. B. wichtige Kreuzungsübergänge) übernimmt GELSENDIENSTE den Winterdienst gemäß der Einteilung in Winterdienststufen.
    Für die Winterdienstleistungen werden im Rahmen der Grundbesitzabgaben Winterdienstgebühren erhoben.


    Das Drehbuch für den Winterdienst
    Ein plötzlicher Wintereinbruch mag uns überraschen, überrumpeln kann er uns nicht. Denn für den Fall verschneiter und glatter Straßen und Wege liegt ein ausgeklügelter Plan zur Koordinierung der zahlreichen Einsatzkräfte und -mittel bereit, das Drehbuch für den Winterdienst sozusagen.

Wichtig ist zunächst, dass der Verkehr auf den wichtigsten Straßen und Verkehrsverbindungen weiter fließen kann. Dass Arbeitsplätze, Krankenhäuser, erreicht werden, Busse und Bahnen des ÖPNV ihre Strecken nahe der Geschäfte, Schulen, Kindergärten fahren können. Erst danach sehen die Pläne die Räumung und Streuung nachgeordneter Straßen vor.

Planvolles Streuen und Räumen
Alle Straßen und Wege im Stadtgebiet sind nach der städtischen Straßenreinigungssatzung unter anderem entsprechend ihrer Bedeutung für den Straßenverkehr in „Winterdienststufen“ eingeteilt. Der Winterdienst auf den Fahrbahnen erfolgt in der Reihenfolge von Winterdienststufe 1 bis Winterdienststufe 4.

Wie aber sind diese Winterdienststufen definiert?

  • Straßen der Stufe 1
    sind die großen Hauptdurchgangsstraßen in Gelsenkirchen wie z. B. die Horster Straße und die Bochumer Straße. Um die Befahrbarkeit dieser Straßen zu gewährleisten, beginnt der Winterdienst oft schon in der Nacht. Hätten Sie gedacht, dass allein unsere Straßen der Stufe 1 eine Gesamtlänge von etwa 280 km haben   - was der Entfernung von Gelsenkirchen nach Luxemburg entspricht-?
    Erst wenn der Streueinsatz in den Straßen der Stufe 1 zufriedenstellend beendet wurde, (es z. B. zwischenzeitlich nicht wieder nachschneit hat), kann und darf ein Einsatz in der nachfolgenden Stufe 2 erfolgen. Anderenfalls müssen die Großstreuer ihren Einsatz in der Stufe 1 wiederholen.
  • Zu den Straßen der Stufe 2
    gehören die Hauptsammelstraßen im Gebiet unserer Stadt, meist mit Buslinienverkehr des ÖPNV. Das Streuen und Räumen etwa der Leithestraße, der Günnigfelder Straße, der Braukämperstraße und aller anderen Fahrbahnen in dieser Stufe umfasst zusammen etwa 190 km, einer Strecke, mit der man im Vergleich auch die Mosel erreichen könnte.
  • In der Stufe 3
    sind kleinere Sammelstraßen wie auch größere Anliegerstraßen, zum Teil mit Gefälle, eingeordnet.  Der Winterdienst erfolgt z. B. in der Heistraße oder der Melanchthonstraße erst nach mehrtägigen Winterereignissen und grundsätzlich erst, wenn in den Straßen der Stufen 1 und 2 der Verkehr zufriedenstellend läuft.
  • In einer Straße der Stufe 4
    wird nur in besonderen Ausnahmefällen (z. B. wenn die Zufahrt für ein Krankentransportfahrzeug sichergestellt werden muss) gestreut. Ein regelmäßiger Streudienst findet in diesen Anliegerstraßen ohne Gefälle nicht statt. Ein Räumdienst erfolgt nach der Reihenfolge der Winterdienststufen.

Fahrbahnstreuen

Wenn die Großstreuer nach den o. g. Fahrbahndiensten zum Betriebshof zurück kommen  -beispielsweise nach einem jeweils einmaligen Befahren der Straßenpläne von Stufe 1 bis 3 -, haben sie insgesamt eine Fahrtstrecke von ca. 970 km, vergleichbar einer Fahrt von Gelsenkirchen bis Mailand, auf dem Tacho.
Übrigens: Der Streudienst findet in der Regel bis 20.00 Uhr abends statt - eine Streupflicht für den nächtlichen Verkehr besteht nicht!

 


Schnell wirksam und umweltschonend
Die Soletanks des Fahrzeuges werden befüllt„So wenig wie möglich, so viel wie nötig“, das ist die kurz gefasste Devise bei jedem Streuvorgang.
Alle Großstreuer im Einsatz der GELSENDIENSTE sind deshalb mit einer Feuchtsalzstreuung ausgerüstet.
Das auf dem Fahrzeug gelagerte trockene Salz wird kurz vor dem Aufbringen auf die Fahrbahn befeuchtet, so dass es auf spiegelglatten Flächen gut haftet und nicht einfach wegrutschen kann. Zudem erzielen mit dieser Methode bereits geringe Mengen Streusalz gute Taueffekte - und das hält die Umweltbelastung so gering wie nur möglich.


Streudienst für Fußgänger und Radfahrer?
Haltestelleninsel geräumt und gestreutEffizient muss der Winterdienst sein, aber natürlich werden zugleich auch hohe Ansprüche an seine Wirtschaftlichkeit gestellt. Für einen Dienstleister wie GELSENDIENSTE bedeutet das, für den Einsatz
seiner Personal- und Fahrzeug-Kapazitäten sinnvolle Prioritäten zu formulieren.
In der Vergangenheit hat sich - neben der Streuung und Räumung der Straßen (s. o.) - eine Konzentration auf die folgenden verkehrsstrategischen Schwerpunkte gut bewährt:

  • Haltestelleninseln in der Mitte der Straße
  • stark genutzte Wege und Kreuzungsbereiche sowie Fußgängerübergänge
  • die wichtigsten Radverbindungen, meist an Hauptverkehrsstraßen
  • Gehwege vor den „stadteigenen Grundstücken“, z. B. entlang öffentlicher Parkplätze, Parkanlagen und Friedhöfen

ÜbergängeÜbergänge werden zum Teil maschinell, zum Teil von Hand geräumt und gestreut. Für längere Wegestrecken kommen spezielle kleine Winterdienstfahrzeuge zum Einsatz.

Damit aber alle Wege sicher begeh- und befahrbar bleiben, sind wir auf die Mitarbeit aller Hausbesitzer angewiesen. Nur wenn auch sie ihren Räum- und Streupflichten unverzüglich nachkommen, ist der größte Teil der Gehwege im Stadtgebiet in kurzer Zeit wieder nutzbar! Was Sie genau tun können, erfahren Sie hier.


Wirtschaftlicher Winterdienst
Selbstverständlich haben Sie als Bewohner unserer Stadt Anspruch auf eine ganzjährige Nutzung der Straßen und Wege und damit auf einen sach- und fachkundig durchgeführten Winterdienst.
Als Steuer- und Gebührenzahler steht Ihnen aber auch zu, dass diese besondere Dienstleistung auf eine wirtschaftlich sinnvolle Art erbracht wird. So betont die Rechtsprechung, dass der Aufwand für die Winterdienstorganisation vernünftig, also für die Gemeinde und letztendlich für die Gebührenzahler zumutbar bleiben muss.

GELSENDIENSTE leistet einen wirtschaftlichen Winterdienst, indem wir einerseits schnell und zuverlässig die wichtigsten Verkehrsadern offen halten, andererseits aber auch den maßvollen Einsatz von Personal und Mitteln im Auge zu behalten.

Was also kann GELSENDIENSTE für einen wirtschaftlichen Winterdienst tun?Kleinräumfahrzeug

  • Flexibel und kurzfristig reagieren: Ständiger Kontakt zu den Wetterdiensten und eine bedarfsgerechte Personalplanung sind günstiger als großzügig angeordnete Bereitschaftsdienste - erst recht, wenn das Wetter dann doch ganz anders kommt als angesagt
  • Sinnvoller Technikeinsatz und ökonomischer Umgang mit Streugut
  • Einsätze in nachrangigen Straßen nur bei unbedingter Erfordernis

Das Ziel unseres wirtschaftlichen Winterdienstes ist es also, angemessene Ergebnisse anzustreben, nämlich Straßen und Wege in einen Zustand zu versetzen, mit dem ein vorsichtiger Autofahrer, Fußgänger oder Radfahrer zurechtkommt!


Einige Tipps für Ihre Sicherheit im Winter:

  • Verlassen Sie das Haus nach Möglichkeit nur, wenn Ihnen die Straßenverhältnisse sicher vorkommen
  • Überlegen Sie, ob eine Besorgung wirklich notwendig ist oder verschoben werden kann, bis die Straßen wieder frei sind
  • Bündeln Sie Ihre Besorgungen und Erledigungen
  • Tragen Sie geeignetes und festes Schuhwerk
  • Nehmen Sie auch als Fußgänger kleinere, aber gestreute Umwege in Kauf, nutzen Sie größere, sicher begehbare Kreuzungsübergänge, anstatt im kurzen Weg die Fahrbahn zu queren
  • Planen Sie Ihre Wege wintergemäß, nutzen Sie die großen gestreuten Fahrbahnen, auch wenn es mal einen Umweg bedeutet
  • Passen Sie als Fahrzeugführer Ihre Geschwindigkeit an - im Winter können selbst die erlaubten 30 oder 50 km/h zu schnell sein!
  • Rechnen Sie - z. B. im Schatten oder in der Nähe von Brücken und Gewässern -  immer mit plötzlich auftretender Glätte
  • Fahren Sie nur mit wetterangepasster Bereifung (Winterreifen)
  • Lassen Sie im Zweifel Ihr Zweirad lieber stehen: Busse und Bahnen bringen Sie sicher und warm ans Ziel!


Grundsätzlich organisieren wir die Winterdienste für unsere Stadt auf der Grundlage und nach Maßgabe des Straßenreinigungsgesetzes. Bei der Planung und Durchführung gehen wir nach folgendem Schema vor:

  • Auf öffentlichen Straßen und Wegen innerhalb geschlossener Ortslagen besteht grundsätzlich die Pflicht, einen Winterdienst zu organisieren
  • Außerhalb geschlossener Ortslagen (auf Straßen ohne durchgehende Bebauung) besteht für GELSENDIENSTE dagegen keine Winterdienstverpflichtung.
  • Auf Bundes- und Landstraßen organisiert die zuständige Landesbehörde den Winterdienst ggf. selbst.

 

Eine Besonderheit stellen innerorts die kleinen Anliegerstraßen dar. Sie fallen unter die Winterdienst-Stufen 3 und 4, weshalb für sie in der Regel erst nach mehrtägigen Winterereignissen oder aber gar kein Streudienst vorgesehen ist.
Dafür gibt es vor allem zwei miteinander verbundene Gründe:

  • Kosten- und Gefahrenabwägung: Im Sinne einer wirtschaftlich erstellten Dienstleistung heißt es dort Prioritäten zu setzen, wo der Nutzen für die Allgemeinheit am größten ist. Entsprechend werden Straßen und Wege, die für die Versorgung und die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens die größte Bedeutung haben, bevorzugt geräumt und gestreut.
    Davon profitieren übrigens auch die Anwohner der Anliegerstraßen: Dann nämlich, wenn sie meist schon nach wenigen Metern auf geräumte Straßen höherer Winterdienst-Stufen treffen.
  • Kapazitäten: Bei starken Wintereinbrüchen werden die zur Verfügung stehenden Ressourcen an Menschen und Fahrzeugen rund um die Uhr dafür benötigt, die verkehrswichtigen Straßen, Wege und Übergänge passierbar zu halten.
    Selbstverständlich helfen wir darüber hinaus in Notsituationen gerne weiter, wenn die Kapazitäten es zulassen!

Wer sind eigentlich die fleißigen Männer im Räum- und Streudienst?

Es sind die Mitarbeiter der Stadtbildpflege, die sich im Winter bereit halten und bei Bedarf den Besen gegen den Schneeschieber tauschen.
Bereits im Sommer legen die Einsatzleiter Bereitschaftspläne fest. Sobald dann der „Ernstfall“ eintritt, also Schnee- und Eisglätte entstehen, geben sie das Kommando -  und viele fleißige Helfer verteilen sich auf die Einsatzfahrzeuge, die nach feststehenden „Fahrplänen“ die verschneiten Straßen abfahren und räumen.


Gut vorbereitet auf den nächsten Winter

Funktionskontrolle kleines StreufahrzeugBereits mitten im Sommer beginnen bei GELSENDIENSTE die Vorbereitungen für einen möglichen Winterdienst. Geplant wird, welche Fahrzeuge mit welchen Mitarbeitern besetzt werden und wo und in welcher Reihenfolge Winterdienst zu leisten sein wird.

Rufbereitschaftspläne, die jedes Jahr für die Zeit vom 1. November bis  zum 31. März erstellt werden, garantieren, dass in unvorhergesehenen Fällen auch außerhalb der regelmäßigen Arbeitszeiten schnellstmöglich die Straßen der Stufe 1 geräumt und gestreut werden können.

Jetzt im Sommer ist auch die Zeit, die Winterdienstfahrzeuge und -geräte wie z. B. Schneeschieber oder Streuanhänger “auf Vordermann bringen“ und fit für den nächsten Einsatz zu machen. Zudem wird geplant, wie und wo die Streugutlager vor dem nächsten Einsatz optimal zu bestücken sind.

Und damit im Ernstfall dann auch jeder Handgriff sitzt, wird rechtzeitig vor dem Winter  in Trockenübungen der reibungslose Ablauf des Winterdienstes geprobt.

Haben Sie Fragen zum Winterdienst?

Dann rufen Sie bitte an! Unter 954-20 helfen wir Ihnen gerne weiter!
Oder schicken Sie uns eine E-Mail.